Der Fisch und die Lexikothek

Seit vier Wochen bin ich Vertreter in Sachen Lexikothek, dem neuen Top-Produkt aus dem Haus Bertelsmann. Und Tag für Tag stelle ich aufs Neue fest, dass Klinkenputzen ein harter Job ist.
Es ist mir nie schwergefallen, Kontakte zu knüpfen und ins Gespräch zu kommen – aber Verkaufsgespräche sind nicht wirklich meine Stärke. Also lasse ich mich zu Kaffee und Kuchen einladen, spreche über Wetter, Familie, Gott und die Welt und vergesse darüber den Grund meines Besuchs – das Verkaufen von billigen Büchern zu einem traumhaften Preis.
Gestern hatte ich mein erstes Erfolgserlebnis. Ich habe eine Lexikothek an den Mann gebracht – genauer gesagt an eine Frau, an die Frau eines Dorfapothekers. Nicht bei Kaffee und Kuchen, sondern auf Sofa und Teppich.
Sie hieß Lena, war so um die 30 Jahre alt und hatte grüne Augen. Die langen schwarzen Haare reichten bis zum Po. „Komm rein“, sagte sie mit einem Lächeln im Gesicht. „Ich habe schon gewartet.“ Sie führte mich ins Wohnzimmer und ließ mich auf dem Sofa Platz nehmen.
Ich breitete meine Unterlagen auf dem Tisch vor mir aus und bereitete den Kaufvertrag vor. Lena saß mit weit gespreizten Beinen im Sessel mir gegenüber. Der schwarze Slip unter ihrem Rock verdeckte kaum ihr Feuchtbiotop. Ein Ein-und-Ausblick, der mich ebenso verwirrte wie erregte.
Während ich immer noch etwas von „im Bilde und gebildet sein“ quasselte, stand Lena auf, rückte den Tisch beiseite, beugte sich über mich und streckte mir ihre nackten Brüste entgegen. Sie hob ihren Rock und lachte mich an. Ihr Becken schob sich mir entgegen und sie drückte mein Gesicht zwischen ihre Beine. Es roch nach Fisch.
Mir war klar: Frau Apothekerin wird entweder von ihrem Göttergatten vernachlässigt oder nimmt sich, was sie braucht, wenn sich die Gelegenheit bietet. Okay! Aber erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Also zuerst einmal den Kaufvertrag unterschreiben. Was folgte, war Lust pur in einer Stärke, wie sie laut Sterndeutern nur eine liebeshungrige Jungfrau in einem Fisch entfachen kann.
Nach drei Stunden verabschiedete Lena mich mit einem Kuss und winkte mir noch kurz hinterher. Der nächste Vertreter stand schon vor der Tür. Es war nicht die erste und auch nicht die letzte Lady, die mir an der Tür nachwinkte. Aber es war die erste und einzige Lexikothek, die ich in meiner Karriere als Tür-zu-Tür-Verkäufer für Bertelsmann verhökert habe.
AUS DEM LEBEN EINES FISCHES… MOMENTE UND MEHR
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