Tür an Tür mit Piroschka
„Naa, Naa, Naa … ich leb´ nicht mehr Tür an Tür mit Alice“, tönt es laut aus dem Radio. Der Song erinnert mich nicht nur an meine Begegnung mit „Howie“ und seiner Ex Claudia auf den Bahamas, sondern auch an Eva.
Ich war 15 Jahre alt und mit meinen Eltern von dem Zimmer in der „Villa Grausam“ in eine Zwei-Zimmer-Wohnung über dem „Nordstern“ umgezogen. Eva war die Tochter des Wirts der Gaststätte im Erdgeschoss. Sie wohnte auf dem Flur in der ersten Etage direkt neben uns, hatte rehbraune Augen und war ein Jahr älter als ich. Als ich ihr zum ersten Mal auf dem Flur begegnete, traf es mich wie ein Blitz. Sie weckte in mir ein funkensprühendes Feuer bisher ungeahnter Gefühle. Es war eine Mischung aus Teenlove, lustvoller Erregung und aufsprießender Begierde.
Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Ich stellte mir ihren Körper vor und spürte, wie nicht nur mein Herz pochte. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch und einen Aufstand in der Hose, wenn ich an sie dachte. Und das musste ich von morgens bis abends. Auch wenn es gar nicht passte, im Bus oder mitten im Religionsunterricht. Es war nicht zum Aushalten. Natürlich habe ich es keinem Menschen erzählt. Auch und erst recht nicht dem Grund meiner feuchten Träume und schlaflosen Nächte. Sie hat es nie erfahren. Sie hat es wohl nicht einmal geahnt.
Meine neue Nachbarin heißt Piroschka. Sie wohnt auf meiner Etage nur eine Tür weiter. Eine ebenso sympathische wie extravagante Erscheinung mit langen schwarzen Haaren und einem richtig süßen Kindergesicht. Eins von der Sorte, die nie alt werden. Ich habe sie an der Mülltonne getroffen. Briefkasten leeren, Inhalt zerreißen und entsorgen. Kommt mit irgendwie bekannt vor! Wir haben zusammen gequatscht und eine Kippe gequalmt. Jetzt begegnen wir uns regelmäßig im Treppenhaus. Ich muss sie unbedingt einmal zu einer Tasse Kaffee einladen und ihr direkt sagen, dass ich sie unheimlich süß finde. Sonst werde ich wahrscheinlich wieder schlaflose Nächte haben.
AUS DEM LEBEN EINES FISCHES… MOMENTE UND MEHR