Fische lieben Kuschelrock
Fische lieben Kuschelrock

Können Goldfische Gitarre spielen? Natürlich nicht. Aber Musik zieht sie magisch an. Heavy Metal lässt ihre Schwimmblasen platzen, Kuschelrock ihre Herzen blubbern. Auch ich liebe Musik. Mein erstes Instrument war eine Blockflöte. Der ideale Einstieg für einen 5-jährigen Zwerg in die Welt der Musik. Ich war stolz wie Oskar und Oma flossen unterm Tannenbaum vor lauter Rührung die Tränen bei meinem ersten Auftritt mit „Leise rieselt der Schnee“.

Opa schienen meine Flötentöne weniger zu begeistern. Er liebte das Summen der Bienen und klassische Klaviermusik. Also lernte ich Noten lesen und übte mit ihm die Kunst des virtuosen Klavierspiels. An Weihnachten spielte ich dann auf dem großen Flügel im Musikzimmer „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Opa war endlich auch stolz und glücklich.
Zu Karneval war im Dorfgasthof Ringelpiez mit Anfassen angesagt. Und der Wirt mit seinem „Quetschebüggel“ mitten im Remmi Demmi. Juchhe, das war´s! Ich bettelte und bekniete Opa so lange, bis er mir ein gebrauchtes Akkordeon besorgte. Die Umstellung vom Klavier war kinderleicht und ab sofort hieß es: „Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel“.
Dann kamen Johnny Cash und Elvis Presley. Und mit Country-Sound und Rock’n’Roll nicht nur neue Musik, sondern auch mein Wunsch nach einem neuen Instrument. Also tauschte ich bei einem Freund mein Akkordeon gegen eine Gitarre ein. Die Umstellung von Tasten auf Saiten war nicht allzu schwierig. Ob John Denvers „Take Me Home Country Roads“ oder Bill Haleys „Rock Around The Clock“, ob Johnny Cashs „I Walk The Line“ oder Elvis Presleys „Crying In The Chapel“ – in kürzester Zeit hatte ich die Songs im wahrsten Sinne des Wortes im Griff.
Die Gitarre wurde zu meinem ständigen Begleiter – zuhause, bei Freunden, auf Partys und Polterabenden, in Kneipen und Kaschemmen, nach einem gewonnenen Spiel und beim Nachtdienst in der Straßenbahn – nur nicht in der Uni. Die habe ich lediglich zwei Mal kurz von innen gesehen. Neben Fußballspielen, Freunden und Feiern blieb dafür keine Zeit.

Doch die Zeiten waren im Umbruch und mein Leben auch. Ich musste mich von meiner Gitarre trennen und gab sie in die Obhut einer guten Freundin. „Tschüss und bis bald mal wieder! “ Vor drei Wochen habe ich nach dreizehn Jahren die alte Freundin in Bonn besucht – es war ein freudiges Wiedersehen mit Bianca und der Gitarre. Ich werde die Saiten wieder stimmen.
Nachtrag: Beim Abschlusskonzert der Teilnehmer des Akustikgitarrenkurses 2025 vor dem Schloss Engers , zu dem mich eine liebe Nachbarin eingeladen hat, ist meine alte Liebe zur Gitarre und zum Songwriti wieder erwacht. Beispiel gefällig?
AUS DEM LEBEN EINES FISCHES… MOMENTE UND MEHR
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