Frühstück mit Gott
Wenigstens ein einziges Mal im Leben einem waschechten Promi zu begegnen oder einen Star zu treffen, ist für viele Menschen ein besonderes Ereignis. Wer in höheren Ligen Fußball spielt, als Reiseveranstalter um die halbe Welt reist, als Journalist und Herausgeber von Fachzeitschriften immer auf dem Laufenden sein muss, begegnet automatisch immer wieder Stars und Sternchen aus Sport und Musik, Film und Fernsehen ebenso wie Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik.
Natürlich habe auch ich in meiner aktiven Zeit viele bekannte Fußballer getroffen, habe mit dem einen oder anderen Starkicker ein paar Worte ausgetauscht, doch in bleibender Erinnerung ist mir ein Star aus der Rennsport-Szene geblieben: Michael Schumacher. Ich traf in Kerpen auf einen Weltmeister, der auf der Rennstrecke keine Gnade kannte, aber außerhalb des Formel-1-Zirkus eher schüchtern wirkte und ein echt netter Kerl war.
Zwei andere Weltmeister habe ich im ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof zufällig getroffen: die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko, zwei der intelligentesten und sympathischsten Sportler, die ich je kennen gelernt habe, und die einzigen, die ich beim Abschied um ein Autogramm gebeten habe. Meine Begegnungen mit Boris Becker nach seinem Sieg in Wimbledon und mit dem legendären englischen Star-Jockey Lester Pigott haben sich hingegen auf ein kurzes Händeschütteln beschränkt.
Musik geht bekanntlich ins Blut. Ich erinnere mich gerne an die Begegnungen mit einigen Stars der Szene, an die Treffen mit netten Menschen und tollen Typen – ob Reinhard Mey oder Howard Carpendale, Nena oder Britney Spears. Ich habe mit Film- und Fernsehstars gelacht und getanzt, mit Politikern aller Couleur auf das Wohl der Republik angestoßen, mit Vorstandvorsitzenden zu Abend gegessen und mit CEOs nicht nur über ihre Unternehmen, sondern auch über Gott und die Welt gesprochen. Ich habe mit einem Außenmister Karneval gefeiert, einen Bundespräsidenten auf einem Staatsbesuch begleitet und einer Präsidentengattin die Hand geküsst. Und an einem schönen Sonntagmorgen habe ich Gott persönlich getroffen.
Ich saß beim Frühstück im Hotel Atlantic in Hamburg, sah am Nebentisch einen Typ in dunkler Hose, weißem Hemd und schwarzem Schlips, der sich mit drei attraktiven jungen Damen angeregt unterhielt und hörte immer nur wieder „Herr Gott, hier…“, „Herr Gott, da…“, Herr Gott, so…“ und „Herr Gott, ja…“. Neugierig wie ein Fisch von Natur aus ist, ging ich zum Nebentisch. „Entschuldigung, ich will nicht stören. Aber wieso werden Sie von allen hier mit Herr Gott angesprochen?“ Freundlich lächelnd kam die Antwort des Herrn: „Ich bin Karel Gott.“ Er bat mich Platz zu nehmen und erzählte mir, dass er zur Aufnahme einer TV-Show an der Elbe sei. Die Einladung, ihn ins Studio zu begleiten, musste ich aus Termingründen dankend ablehnen. Doch die Erinnerung an das Frühstück mit der „goldenen Stimme aus Prag“ bringt mich auch heute noch zum Lächeln.
Egal ob zufällige oder geplante Treffen, flüchtige Begegnungen oder intensive Gespräche mit prominenten Menschen – es sind Momente im Leben, die sich einprägen und zur schönen oder weniger angenehmen Erinnerung werden – Erinnerungen mit einem bitteren Beigeschmack oder Erinnerungen, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Aber haben wir nicht alle auch ähnliche Empfindungen, wenn wir uns an Menschen aus unserem persönlichen Umfeld erinnern? Promis sind eben auch nur Menschen wie du und ich.
Ach ja, da war noch die alte Dame im Zug von Köln nach Bonn, die mich nach einem meiner Fernsehauftritte – diesmal nicht als Journalist oder China-Pionier, sondern als Handy-Experte in einem Morgenmagazin – fragte, ob ich nicht dieser tolle Schriftsteller sei… ähh.. der Name sei ihr im Moment leider entfallen. Ich frage mich bis heute, wer damit gemeint sein könnte.

AUS DEM LEBEN EINES FISCHES… MOMENTE UND MEHR
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