Berg

„Naturfreunde und Wanderer kommen voll auf ihre Kosten. Wer abgelegene Wanderstrecken liebt, kann in unserer Gemeinde noch versteckte Winkel und unberührte Natur entdecken.„, so heißt es auf der Internetseite von Berg.

Seit vier Jahren lebe ich nun in der Gemeinde Berg und fühle mich hier willkommen und zuhause. Nachdem ich mit mehr oder weniger Erolg versucht habe, Berger und Freisheimer Jungs das Fußballspielen beizubringen.kenne inzwischen fast jeden hier – einschließlich der „Vischeltaler“, die das Vereinsleben der Gemeinde musikalisch bei fast jeder Gelegenheit musikalisch begleiten. Zu Karneval und natürlich auch wenn ein Fest zu feiern ist – wie zum Beispiel im Berger Hof, den ich vor zwei Jahren übernommen habe.

Eine scherzhafte Lebensweisheit lautet: „Wer nichts wird, wird Wirt, und wem auch dieses nicht gelungen, der macht in Versicherungen…“

Klingt flott und witzig – und stimmt – aber nicht ganz. Denn bevor ich mich als Gastwirt versucht haben, ist mir schon einiges gelungen – sei es als Torwart, Reiseveranstalter, freier Journalist oder Herausgeber des ersten Mobilfunk-Magazins in Deutschland.

Den Umstieg vom Gast an der Theke zum Betreiber einer Dorfkneipe war wie vieles in meinem Leben nicht geplant und entsprang auch mehr einem sozialen Denken als der Aussicht auf satten Gewinn.

Seit jeher waren Dorfkneipen für mich Treffpunkte und Nachrichtenzentralen, Kommunikation und Kartenspielen, Kegeln und Knobeln – und immer so etwas wie ein zweites Wohnzimmer. Und als das Gerücht im Dorf umging, dass der derzeitige Wirt einen Nachfolger suchte, ließ ich mich ganz einfach dazu überreden, den „Berger Hof“ zu übernehmen, bevor er für immer seine Türen schließen musste.

Der Start war vielversprechend: Ich ließ es mir nicht nehmen, selbst das erste Glas Bier zu zapfen. Ich war begeistert von mir selbst und servierte allen, die zur Eröffnung gekommen waren, ein kühles Helles. Im Grunde aber war es eine Schapsidee.

Der schleichende Gaststätten- Tod auf dem Land hatte schon längst begonnen. Die gute alte Dorfkneipe als das Wohnzimmer des Dorfes, in dem sich alle Schichten der Gesellschaft begegneten. und das soziale Miteinander gepflegt wurde, .verschwand langsam aber sicher wie Schnee in der Frühlingssonne. Und schon nach zwei Jahre warf ich zum ersten Mal in meinem Leben freiwillig das Handtuch.

Was ist geblieben? Die Erinnerung an Skat-Abende und Sibbeschröm-Turniere, Mitgliederversammlungen und Vereinssitzungen, Weihnachts- und Karnevalsfeiern sowie Nächte, in denen der letzte Gast einfach nicht gehen will.

Das ist nun alles zu Ende. Den „Berger Hof“ gibt es nicht mehr. Ich lebe auch nicht mehr im Dorf, aber die Erinnerungen bleiben lebendig.

Ein Lied für Berg