Gefragt, Gejagt
Welches Grimmsche Märchen beginnt nicht mit „Es war einmal“? Aus wie vielen Musikern besteht das Orchester der Berliner Philharmoniker? Um Himmels Willen, wer weiß denn so was? Ich jedenfalls nicht. Dennoch habe ich mich als Kandidat für eine TV-Quizshow beworben.
Ich will bei „Gefragt Gejagt“ mein Glück versuchen und werde auch prompt zum Casting nach Frankfurt eingeladen. Auf der Fahrt dorthin habe ich mir zusammen mit meinem Sohn auch schon einen kernigen Spruch zurechtgelegt, warum ich davon überzeugt bin, jeden Jäger besiegen zu können: „Hallo Jäger. Ich habe Reisen in die ganz Welt organisiert. Und dich schicke ich dahin, wo der Pfeffer wächst.“
Mein Casting-Auftritt dauert knapp zwanzig Minuten. Nach dem üblichen Frage- und Antwortspiel und einem Kurztest meines Allgemeinwissens schießt der Redakteur noch kurz ein Foto und verabschiedet mich mit einem freundlichen „Bis dann!“. Ende der Vorstellung.
Auf der Heimfahrt legen wir einen Zwischenstopp bei einem Griechen ein, den wir dank Smartphone nahe der Autobahn ausfindig gemacht haben. Ich nage an einem Lammkotelett und mein Filius sagt: „Papa, das schaffst du schon“. Hat er die Riesenportion auf meinem Teller oder mein Gastspiel bei der nächsten Staffel von „Gefragt Gejagt“ gemeint? Oder beides?
Die knusprigen Lammkoteletts habe ich mitsamt Tsatsiki, Salat und Fladenbrot geschafft. Auf die Gelegenheit zum spannenden Kampf gegen „Quizgott“ Sebastian Jacoby oder Bibliothekar Klaus Otto Nagorsnik, warte ich immer noch. Und ich stelle mir dabei täglich die alles entscheidende Frage: „Kommt die Einladung per Post oder per e-mail?“

AUS DEM LEBEN EINES FISCHES… MOMENTE UND MEHR
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