Der Tag der Fische
Hurrah! Heute ist der Tag der Fische. Ganz Deutschland feiert ihn seit 2007 immer am 22. August – aus welchem Grund auch immer. Die einen erfreuen sich am heimischen Aquarium oder beim Tauchen im Meer am Anblick der kleinen und großen Fische, andere möchten mit ihnen den Bedarf an essenziellen Fettsäuren decken. Und für wieder andere stehen Angelhaken oder Fischschutz im Mittelpunkt.

Für mich ist es Anlass für einen kleinen Rückblick auf meine Kindheit. Nicht nur weil ich im Sternzeichen der Fische geboren bin sondern auch und vor allem, weil ich mich selbst nach wie vor so frisch und munter wie ein neugeborener Fisch im Wasser fühle.
Ja, ich hatte eine schöne, aber keine leichte Kindheit. Zur Schule und zurück musste ich zu Fuß. Statt tagtäglich gefahren und wieder abgeholt zu werden, wurde ich von einem Auto überfahren. Diesen Unfall habe ich überlebt ebenso wie den Einbruch im Eis auf dem Dorfweiher. Und auch alles andere, das tödlich hätte enden können.
Wir hatten keinen gepflegten Spielplatz mit dreifach TÜV-geprüfter Wippe. Unser Spielplatz waren staubige Straßen oder von Stacheldraht und Hecken umzäunte Felder. Wir versteckten uns in Ruinen, liefen durch den Bach und schwangen im Wald an ungesicherten „Affenseilen“ von Baum zu Baum. Wir schwammen im Rhein und trockneten unsere Klamotten auf der Wiese. Und wenn einer von uns dabei auf die Schnauze flog oder einen Schnupfen bekam, dann heilte das meist von selbst, ohne dass er in Sagrotan gebadet oder mit Nasenspray abgefüllt wurde.
Wir konnten nicht wegen jedem Fliegenschiss zum Arzt rennen. Der hätte ohnehin kaum Zeit für uns gehabt und auch keine Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit diagnostizieren können. Denn wir aßen fast nur, was frisch aus dem Garten auf den Tisch kam. Und wenn dabei die Küche oder Opas Pfeife qualmte und ich hin und wieder heimlich an Omas Eierlikör nippte, war die Welt für mich in Ordnung.
Wer so aufgewachsen ist wie ich, der muss zwangsläufig ein hartgesottener Fisch sein oder einen Schaden davontragen. Alleine, dass ich alles überlebt habe, grenzt schon an ein Wunder.
AUS DEM LEBEN EINES FISCHES… MOMENTE UND MEHR
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