Ich mache dann mal Urlaub

Das Bedürfnis, Gott und die Welt kennenzulernen, Neues zu erforschen und Menschen zu begegnen, zieht sich durch ein Leben, in dem ich die unterschiedlichsten Berufe ausgeübt und Menschen aller Herkunft, Kulturen und Religionen erlebt habe.

Neben Reisen war das Schreiben seit jeher meine Leidenschaft. So habe ich nach Pleiten, Pech und Pannen auch immer wieder als freier Reisejournalist sowie mit anderen Geschichten, die mit Journalismus wenig zu tun haben, meine Brötchen verdient. Vom reinen Reisejournalismus kann niemand leben.

Freie Journalisten arbeiten selbstständig und können sich als Freiberufler ihre Zeit flexibel einteilen. Das macht Spaß und ich habe es auch immer genossen, an traumhaften Stränden zu liegen, in 5-Sterne-Hotels zu schlafen und in der First Class Champagner zu schlürfen. Aber es ist Arbeit, oft harte Arbeit. Vor allem aber ist es kein Urlaub.

Urlaub dient der Erholung, Journalismus dem Broterwerb. Fast alle Reisen sind Presse- und Informationsreisen auf Einladung von Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern, Tourist-Organisationen und Hotels – vollgepackt mit ermüdende Tagesprogrammen. Dabei gebietet es der Anstand immer, Kollegen und Veranstaltern gegenüber stets freundlich und professionell zu sein – trotz Stress, Hektik, zu wenig Schlaf oder manchmal auch zu viel Alkohol.

„Reisen bildet von Kindesbeinen an und sollte auch mit dem Rollator nicht aufhören!“ sagt ein bekannter Autor und Reisejournalist. Stimmt! Ich habe auf meinen Reisen gelernt, dass die Welt groß ist. Zu groß, um sich nach einem Kurzurlaub auf den Bahamas oder einem Landausflug in Montego Bay ein Urteil über Land und Leute anzumaßen. Und viel zu groß, um nicht immer wieder Neues zu entdecken.

Obwohl ich nicht mehr so oft auf Reisen gehe und nur ein bisschen darüber schreibe – das kann jeder! – ist das Interesse für Länder und Menschen, Orte und Begegnungen geblieben. Und auch das Bedürfnis, vorurteilsfrei Geschichten zu sammeln und leicht verständlich zu erzählen, damit sich jeder eine eigene Meinung bilden kann. Ganz so wie es von einem freien Journalisten im Urlaub erwartet wird.

AUS DEM LEBEN EINES FISCHES… MOMENTE UND MEHR